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Sport - Einige allgemeine Richtlinien für herzgesunde und herzkranke Kinder

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Kinder haben eine andere Muskelzusammensetzung als Erwachsene. Kindliche Muskeln sind eher für Dauerbelastungen, wie beim Laufen oder Fahrradfahren, geeignet, weniger für Muskelaufbauarbeit wie zum Beispiel beim Krafttraining. Die Sauerstoff-/ Energiereserve, die im Muskel gespeichert wird ist geringer. Bei Überanstrengung kommt es daher früher zur Erschöpfung.

Praktisch heißt dies, daß alle Anstrengungen, die eine Isometrische Kontraktion (Entwicklung von Spannung des Muskels ohne Verkürzung) hervorrufen, abzulehnen sind. Es entsteht hierbei eine statische Muskelarbeit, das heißt ein angespannter Muskel ohne sich dabei zu bewegen. Typische Sportarten sind die der Gruppe 3 (siehe Tabelle) zuzuordnen. Bodybuilding ist der markanteste Vertreter. Dabei kommt es zu einer Blutdruckerhöhung ohne dynamische Belastung des Herz- Kreislaufsystems. Bei bestimmten Herzfehlern ist gerade dies sehr schlecht z.B.: Pulmonalstenose (durch die Bauchpresse) , Aortenstenose, Aortenisthmusstenose. Diese Art der körperlichen Anstrengung, die nur bestimmte Muskelgruppen betrifft ist daher in jedem Fall abzulehnen.

Isotone Kontraktion (Verkürzung des Muskels, ohne gegen ein Gewicht zu arbeiten) führt zu einer dynamische Muskelarbeit bei der viel Blut zu den Muskeln gepumpt werden muß. Sie ist die einzige richtige Form im Kindesalter zu trainieren oder sich spielerisch zu bewegen. Dies trifft in noch größerem Ausmaß für herzkranke Kinder zu.

Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und Koordination - Komponenten jeder Bewegung

Krafttraining im Kindes und Jugendalter

Vor dem 10. Lebensjahr: ausschließlich dynamisches Krafttraining, Zirkeltraining, wirbelsäulenentlastend trainieren (kein Hohlkreuz) .
Pubertät: in dieser Zeit kommt es zur Herabsetzung der mechanische Belastbarkeit (Gelenke, Wirbelsäule) bei gleichzeitigem größtem Kraftzuwachs (Muskelmasse) .
Daher Hantel-, Gewichts- und Maschinentraining - falls überhaupt - nicht vor dem 15. Lebensjahr um eine mögliche Schädigung des Bewegungsapparates zu vermeiden.

Schnelligkeitstraining im Kindes- und Jugendalter

Anfangs vor allem koordinative Aspekte, kindgerechte Methoden, Fang- Spiele, Jägerball, Staffelläufe, etc.,Schnellkrafttraining (Sprint) erst ab der Pubertät empfohlen.

Flexibilitätstraining

Im Vorschulalter kein spezielles Training notwendig, danach Dehnungsübungen uneingeschränkt möglich.

Training der Koordination

Training der Koordination bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, eine Bewegung in ihrem Ablauf richtig zu machen.Die koordinativen Fähigkeiten entwickeln sich vor den konditionellen Fähigkeiten und sind die Grundlage jeder sportlicher Aktivität. Am besten ist es, zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr zu beginnen

Jede Sportart hat einen unterschiedlichen Anteil der einzelnen Komponenten (Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Flexibilität) . Je nachdem welche Ziele man als Elternteil oder als Trainer verfolgt, danach richtet sich dann auch die Auswahl einer geeigneten Sportart. Unabhängig von der Art der Bewegung, gilt es auch die Intensität (dies gilt besonders für herzkranke Kinder) der Bewegung zu beachten - z.B.: Fahrradfahren kann als Freizeitvergnügen oder als Wettkampf betrieben werden. Bei letzterem kommt es zu zusätzlichen emotionalen Belastungen : Bei Aufregung durch Wettkämpfe hohe Kreislaufbelastung, erhöhtes Verletzungsrisiko und durch erhöhte Motivation höheres Risiko von irreversiblen Schädigungen an Bandapparat und Muskulatur.

Durch Überbewertung solcher Wettkämpfe kann es nicht zuletzt zu psychischen Störungen, überhöhte Leistungsanforderungen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufregulationsstörungen kommen.
Fast alle Sport- oder Bewegungsarten sind Mischformen. Es gibt keine nur dynamischen oder nur statischen Bewegungen. Wie bereits oben ausgeführt, sind Sportarten mit hohen dynamischen Anteilen für Kinder vorzuziehen.

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