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Keuchhusten (Pertussis) bei Kindern

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Charakteristisch für Keuchhusten ist das laute, keuchende Geräusch. Keuchhusten ist eine der ansteckendsten Krankheiten. Am häufigsten erkranken Säuglinge und kleine Kinder.

Was ist Keuchhusten?

Verursacher der Krankheit sind Bakterien (Bordetella pertussis). Keuchhusten ist eine schwere Infektionskrankheit der Atemwege (Nase, Rachen, Luftröhre, Lunge), die zu Atembeschwerden führt. Weltweit kommt es zu ungefähr 500.000 Todesfällen pro Jahr, das entspricht allerdings nur 1% aller Erkrankungsfälle.

Charakteristisch ist das laute, keuchende Geräusch. Es tritt nach den Hustenanfällen auf und entsteht durch tiefes Atemholen. Keuchhusten ist eine der ansteckendsten Krankheiten. Am häufigsten erkranken Säuglinge und kleine Kinder.

Bei Kindern, die jünger als sechs Monate sind, kann es zu plötzlichen Atemstillständen kommen, die lebensbedrohlich sind. Heute werden Kinder gegen Keuchhusten geimpft. Dies führt zu einem viel selteneren Auftreten der Krankheit.

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Wie wird Keuchhusten übertragen?

Die Bakterien werden durch Husten, Niesen oder Sprechen – sogenannte Tröpfcheninfektion – übertragen. Kinder atmen die Tröpfchen ein.

Der Keuchhusten lässt sich in drei Stadien unterteilen:

  1. Die Krankheit beginnt etwa fünf bis vierzehn Tage (Inkubationszeit) nach der Ansteckung mit dem so genannten Stadium catarrhale, das ein bis zwei Wochen andauert. Ihr Kind leidet unter grippeähnlichen Symptomen wie Niesen, laufende Nase, rauher Hals, leichter Husten und mäßiges Fieber.
  2. Danach erfolgt das charakteristische Stadium (Stadium convulsivum), das etwa vier bis sechs Wochen andauert. Der Husten verschlimmert sich und tritt krampfartig in Form mehrerer aufeinander folgender, explosionsartiger Hustenanfälle auf, gefolgt von einem plötzlichen, laut keuchendem Einatmen. Ihr Kind kann dabei Schleim hervorwürgen und anschließend erbrechen. Diese Attacken treten gehäuft nachts auf und können durch äußere Anlässe wie zum Beispiel körperliche Anstrengung oder psychische Faktoren ausgelöst werden. Zwischen den Hustenanfällen sind die Kinder in der Regel unbeeinträchtigt von der Krankheit und leiden nicht unter Fieber.
  3. Im letzten Abschnitt (Stadium decrementi) klingen die Hustenstöße allmählich ab. Es dauert ohne antibiotische Behandlung meist sechs bis zehn Wochen.

Ansteckungsgefahr besteht von Beginn des ersten Stadiums der Krankheit (Stadium catarrhale) und noch vier Wochen danach.

Keuchhusten hinterlässt eine über ungefähr drei bis maximal zehn Jahre währende Immunität. Danach steigt das Risiko der Neuinfektion wieder deutlich an. Das heißt, eine einmal durchgemachte Erkrankung mit Keuchhusten schützt nicht lebenslänglich davor, an derselben Erkrankung noch einmal zu erkranken.

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Was sind die Anzeichen für Keuchhusten?

  • Husten, Schnupfen, Niesen, rote und tränende Augen
  • leichtes Fieber (wie bei einer Erkältung)
  • zwei Wochen lang trockener, anfallartiger Husten, Hustenkrämpfe
  • keuchendes Einatmen, Husten von glasigem Schleim
  • möglicherweise Husten mit nachfolgendem Erbrechen
  • eventuell gerötete Augen und Nasenbluten
  • Atemnot
  • gegebenenfalls Atemstillstand bei Säuglingen

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Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Die Husten- und Keuchgeräusche sind typisch für die Krankheit Keuchhusten. Die Bakterien sind im ersten und zu Beginn des zweiten Stadiums in einem Nasenabstrich nachzuweisen. Später ist auch eine Diagnose von Keuchhusten-Antikörpern im Blut möglich.

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Wie wird Keuchhusten behandelt?

In schweren Fällen wird Ihr Kind ins Krankenhaus eingewiesen, ansonsten ist eine Behandlung zu Hause in ruhiger und ausgeglichener Atmosphäre ausreichend. Säuglinge brauchen manchmal eine Notfallbehandlung, damit der Schleim nicht die Atmung behindert.

Eine antibiotische Behandlung (über vierzehn Tage) kann frühzeitig eingesetzt zu einer Verkürzung und Milderung des Krankheitsablaufs führen.

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Welche Komplikationen können auftreten?

Die häufigsten Komplikationen des Keuchhustens sind Lungen- und/oder Mittelohrentzündung.

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Wie kann man der Erkrankung vorbeugen?

Lassen Sie Ihr Kind gegen Keuchhusten impfen. Die Impfung wird ab dem dritten Lebensmonat dreimal in Abständen von vier Wochen durchgeführt. Die vierte Impfung erfolgt im zweiten Lebensjahr, um die Grundimmunisierung zu vervollständigen.

Der Impfschutz besteht nicht lebenslang, sondern nur vorübergehend. Sollte sich Ihr Kind dennoch anstecken, verläuft die Krankheit wesentlich milder. Später sind Auffrischungsimpfungen zu empfehlen.

Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Personen, die engen Kontakt zu einer an Keuchhusten erkrankten Person hatten, können mit einem antibiotischen Schutz die Erkrankung rechtzeitig abwenden oder erkranken nur in wesentlich milderer Form.

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