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Herzfehler - Ursache, Prognose und Therapie

Für die meisten Herzfehler kann keine Ursache gefunden werden. Bei 8 % liegt ein genetischer Defekt vor. Zusätzlich können Viruserkrankungen (z.B.: Rötelinfektion in Schwangerschaft), Drogen (z.B.: exzessiver Alkoholkonsum) und manche Medikamente in der frühen Schwangerschaft zu Herzfehlern führen.

Kinder haben ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Herzfehler. Die zehn häufigsten Herzfehler machen 75% aller möglichen Herzfehler aus.
Die verbleibenden 25% teilen sich viele verschiedene Herzfehler, mit je einer Häufigkeit von unter einem Prozent. Aussagen über Prognose und Art Therapie sind nur bei genauer Kenntnis des individuellen Herzfehlers zulässig. Der häufigste Herzfehler (22 Prozent aller Herzfehler) ist der Ventrikelseptumdefekt (ein Loch in der Scheidewand zwischen der rechten und der linken Herzkammer).

Ein kleiner Defekt im muskulären Anteil der Scheidewand kann sich mit zunehmendem Wachstum des Kindes von selbst verschließen. Ein Ventrikelseptumdefekt von der selben Größe im bindegewebigen Anteil der Herzscheidewand hat eine weit geringere Tendenz dies zu tun. Ein Defekt kann sogar so groß sein, daß eine akute Gefährdung des Kindes vorliegt und eine Therapie durch Medikamente allein nicht ausreicht. Es muß umgehend eine Operation erfolgen.

Alle Herzfehler zusammen genommen bilden sich von diesen bei ungefähr 25% die Veränderungen am Herzen soweit zurück, daß eine normale Blutzirkulation in einem nunmehr normalem Herzen möglich ist. Im wesentlichen kann man nur bei denjenigen Herzfehlern auf eine Selbstheilung hoffen, bei denen ein normaler genereller Bauplan des Herzens vorliegt. Mehr als 50% aller Herzkinder benötigen eine medikamentöse und /oder eine operative Behandlung.

Die Möglichkeiten ein Kind mit einem Herzfehler mit Medikamenten zu heilen sind sehr beschränkt. Ein belastetes Herz kann allerdings gut mit Medikamenten unterstützt werden. Die Korrektur eines Herzfehlers ist nur durch eine Operation möglich.

Man unterscheidet prinzipiell 2 Arten von Operationen.

  • Palliative Operation:
    Dies ist eine Operation die dazu dient ein Überleben des Kindes zu sichern. Der Herzfehler wird nicht behoben, aber " gemildert ". Dadurch wird oft erst ein Wachstum des Kindes mit einer nachfolgenden Korrekturoperation ermöglicht.
  • Korrekturoperation:
    Bei dieser Operation wird der normale Bauplan des Herzens wieder hergestellt.
Für die Eltern entscheidend:
  • sich der Herzfehler von alleine " bessern " kann ?
  • das Kind akut in seinem Leben bedroht ist ?
  • und welche Behandlung oder Operation möglich ist ?
  • nach der Erstoperation nachfolgende Operationen notwendig sind ?
  • ein " normaler Zustand des Herzens" durch eine Operation erzielt werden kann ?
  • und welche Zukunft ( Leistungsfähigkeit, Komplikationen bei und nach der Operation …) das Kind zu erwarten hat.
  • die Gefahr eines Herzfehlers bei einem nachfolgendem Kind besteht ?

Die Antwort auf all diese Fragen kann nur individuell / von Kind zu Kind erfolgen. Sie ist in manchen Fällen sehr schwer, da das Ergebnis von Operationen nicht immer den Erwartungen entspricht.
Wenn eine Operation planbar ist – das heißt, wenn sie nicht notfallsmäßig sofort durchgeführt werden muß - so ist es sicherlich sinnvoll sich möglichst genau zu informieren. Ihr Kinderarzt hat Möglichkeiten Ihnen bei der Suche nach einer Kinderherzchirurgie ihres Vertrauens zu helfen.

In Österreich gibt es derzeit Kinderherzzentren in Wien, Graz, Innsbruck und Linz.
Auch bietet der Verein "Aktion Kinderherz" ein Selbsthilfeverein wertvolle Unterstützung.

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