Zurück zur Übersicht

Grippe (Influenza) und Grippewelle

Sprungmarken im Text

Jährlich erkranken weltweit 10 bis 15 % der Bevölkerung an der "echten" Grippe (Influenza), in Österreich 800.000 bis 1,2 Mio. Personen. Die höchsten Erkrankungsraten findet man bei Kindern und Jugendlichen. Jedes Jahr gibt es sogenannte Grippewellen.

Die Grippe, keine harmlose Erkrankung

Man schätzt, dass im Winter 1995/96 – da gab es die letzte größere Epidemie – in Deutschland mehr als 30.000 Menschen an der Grippe gestorben sind. Da ja nicht jede Virusgrippe erkannt wird, ist auch noch von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Doch nicht jede Grippe führt gleich zu solch dramatischen Verläufen, mitunter kann auch eine Virusgrippe recht milde verlaufen.

Meist beginnt eine Grippe wie ein banaler Schnupfen, mit einer rinnenden Nase und etwas Halsschmerzen. Die Grippe ist eine sehr ansteckende Virusinfektion der oberen Luftwege, die in der Regel zwischen drei und fünf Tagen dauert und mit schwerem Krankheitsgefühl einhergeht. Grippe ist nicht mit der viel harmloseren Erkältung (grippaler Infekt) zu verwechseln.

Beide Krankheiten werden durch unterschiedliche Viren verursacht. Auch der Krankheitsverlauf ist unterschiedlich. Grippe tritt besonders in der kalten Jahreszeit auf. Es kommt oft – fast jährlich – zu Epidemien und auch zu Pandemien – das heißt, eine Grippewelle bricht weltweit aus. Verursacher der Erkrankung sind Influenza-Viren (Typ A, B, C). Die Viren werden durch unmittelbaren körperlichen Kontakt und durch Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen oder durch Spielsachen, Kleidung und Bettwäsche übertragen.

Menschen entwickeln einen Schutz – die so genannte Immunität – gegen Krankheitserreger, mit denen sie schon einmal in Kontakt gekommen sind. Grippeviren verändern aber leider häufig ihre Eigenschaften und äußere Form. Die kugelförmigen Erreger ändern laufend ihre Eiweißhülle, das menschliche Abwehrsystem entwickelt nur eine zeitlich begrenzte Immunität.

Kinder, die eine Grippe des Typs A hatten, müssten eigentlich immun sein. Sie können aber bereits nächstes Jahr trotzdem erneut erkranken, da sich das Virus inzwischen gewandelt hat. Dies hat zur Folge, dass bei einer erneuten Infektion der Körper das Virus nicht erkennt und deshalb keine Abwehrmöglichkeiten hat.

Schon kurz vor dem Ausbruch der Erkrankung bis eine Woche nachher ist Grippe ansteckend. Zwischen Ansteckung und Beginn der Grippe (Inkubationszeit) liegen meist nur zwei bis drei Tage.

Zum Seitenanfang

Welche Arten der Grippe gibt es?

Es gibt drei Arten der Grippe, verursacht durch drei verschiedene Virustypen

  • Typ A
    Dies ist die häufigste Art. Sie verursacht die stärksten Beschwerden und ist eine ernste Erkrankung. Diese Form tritt etwa alle zwei bis drei Jahre epidemisch auf.
  • Typ B
    Diese Art verursacht nicht ganz so heftige Beschwerden und sucht mitteleuropäische Länder in Abständen von vier bis fünf Jahren heim.
  • Typ C
    Die „milde Variante“ mit Beschwerden, die einem grippalen Infekt sehr ähnlich sind.

Zum Seitenanfang

Welche Anzeichen treten bei der Grippe auf?

Alle Typen des Influenzavirus erzeugen die gleiche Krankheit, aber die Symptome können sich je nach Alter des Kindes unterscheiden.

Primär

  • Kopfschmerzen, Fieber mit 38-40°C, Muskel- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Brustschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Schwächegefühl
  • Im Anschluss kommt es zur „Rinnenden Nase“, einem empfindlichen Hals und Rachen, zu möglicherweise quälendem trockenen Husten und deshalb unruhigem Schlaf
  • Kälteempfindlichkeit, Schüttelfrost können genauso Teil einer Grippe sein wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Bei kleinen Kindern, die durch Grippe hohes Fieber bekommen, können Krämpfe auftreten.

Sekundär

Ein steifer Hals, Schläfrigkeit, Übelkeit und Erbrechen während der Grippe-Erkrankung bzw. innerhalb einer Woche danach können Anzeichen für eine Hirnhautentzündung sein. Sie setzt plötzlich ein und schreitet sehr schnell fort.

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, denn eine vollständige Heilung ist nur bei einer schnellen Diagnose und Behandlung möglich. Bestimmte Grippeviren können bei Kindern eine Schwellung der Stimmbänder (Pseudo-Krupp) verursachen.

Zum Seitenanfang

Welche Komplikationen können auftreten?

Gefährlich sind vor allem Zweitinfektionen mit Bakterien, dadurch können sich eine Vielzahl an Komplikationen ergeben, vor allem für Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko. Lungenentzündung, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs, Herzmuskelentzündung, Nierenentzündung und Entzündungen des Nervensystems sind möglicherweise die Folge.

Zum Seitenanfang

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Grippe wird anhand der Symptome diagnostiziert. Die Grippeviren lassen sich außerdem in Nasen- und Halssekreten nachweisen. Oft wird auch eine Blutprobe entnommen, um die Infektionswerte zu bestimmen. Liegt der Verdacht auf eine zusätzliche Lungenentzündung vor, wird eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gemacht.

Zum Seitenanfang

Wie wird die Grippe behandelt?

Die Behandlung einer Influenza erfolgt meist symptomatisch, es werden fiebersenkende bzw. schmerzstillende und hustendämpfende Medikamente eingesetzt. Weiters ist die Einhaltung von Bettruhe sehr wichtig, da eine Grippe eine große Belastung für den Körper darstellt. Alles, was das Immunsystem stützt (z.B. Vitamin C, am besten aus Zitrusfrüchten gepresst Homöopathica), sollte getan werden.

Eine neue Inhalationstherapie ist für Kinder ab 12 Jahren möglich:

Zur Therapie der Grippe steht ein neues Medikament, RELENZA, zur Verfügung. Dieses muss inhaliert werden, der Wirkstoff gelangt dadurch unmittelbar an den Ort der Infektion, in die Atemwege und stoppt dort die Vermehrung der Viren. Wichtig für den Erfolg dieser Behandlung ist der rechtzeitige Therapiebeginn!

Klicken Sie hier für eine aktuelle Beschreibung des Inhalers.

Wichtig:

Gehen Sie möglichst rasch, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptome zum Arzt.

Relenza kann auch die Ausbreitung des Virus begrenzen. Unter 169 Familien, bei denen jeweils ein Mitglied bereits an der Influenza erkrankt war, verbreitete sich die Infektion dank Relenza nur in 4% aller Fälle. In 168 Familien, die ein Scheinmedikament erhalten hatten, soll dann die Ansteckungsrate (innerhalb der Familie) dagegen beinahe fünf mal höher gewesen sein.

Etwa zwanzig Studienergebnisse, die auf dem Fachkongress ICAAC in San Francisco vorgestellt wurden, sollen bestätigen, dass dieses Präparat die Dauer einer echten Grippe verkürzen und deren Schweregrad lindern kann. Eine Behandlung mit dem Medikament kostet etwa € 34,–.

Impfen ist jetzt noch sinnvoll!

Alle identifizierten Subtypen sind durch den verwendeten Impfstoff abgedeckt. Eine Grippeimpfung ist nach Angaben des BAG zum jetzigen Zeitpunkt immer noch sinnvoll.

Zum Seitenanfang

Die Impfung

Der Impfstoff besteht aus abgetöteten oder abgeschächten Virusbestandteilen und wird vom Arzt verabreicht. Dieser entscheidet auch, ob Personen nicht gegen Grippe geimpft werden sollten, z.B. Allergiker. Die Impfung selbst ist sehr gut verträglich. Der Schutz beginnt etwa eine Woche nach der Impfung, zwei Wochen später besteht voller Impfschutz.

Der Impfschutz sollte jährlich erneuert werden, denn Grippeviren ändern sich ständig. Der Impfstoff muss jährlich an die sich regelmäßig ändernden Virenstämme angepasst werden.

Zurück zur Übersicht