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Allergien bei Kindern

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Unter Allergie versteht man eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf verschiedene Stoffe aus der Umwelt. Diese Allergene sind nur für entsprechend sensibilisierte Personen gefährlich. Die häufigsten allergischen Krankheiten sind Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Neurodermitis; seltener sind Nahrungsmittelallergien, Nesselausschläge und Insektenstichallergien.

In meiner Ordination kann ein einfacher Allergietest gemacht werden.

Der römische Dichter Titus Carus (109 - 55 v. Chr.) beschrieb bereits „dass des einen Nahrung des anderen Gift sein könne“. 1873 kann Charles Blackley aus Manchester nachweisen, dass Heuschnupfen durch Pollen verursacht wird. Der Begriff Allergie wird als erstes von dem Österreicher Clemens von Pirquet und dem Ungarn Shick vorgeschlagen. Das Ehepaar Ishusaka lieferte 1967 den Nachweis einer bis dahin nicht bekannten Immunglobulinklasse; des IgE; das heute große diagnostische Bedeutung besitzt.

Häufigkeit bei Kindern

Allergien betreffen heute etwa 20-25 % der Kinder und Jugendlichen, nicht alle Verläufe sind schwerwiegend. Die häufigsten Allergene sind Pollen (Blütenstaub), Hausstaubmilben, Tierhaare, Nahrungsmittel und Insektengifte, es können aber sehr viele Substanzen als Allergene wirken. Von einer allergischen Reaktion können verschiedene Organe betroffen sein, der Verlauf ist variabel und reicht von spontaner Besserung bis zum Durleiden unterschiedlicher Krankheitsbilder.

In den ersten beiden Lebensjahren überwiegen Nahrungsmittelallergien und Hauterkrankungen, etwa 30-40% dieser Kinder können später an Asthma bronchiale erkranken.

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Entstehung einer Allergie

Die Vererbung spielt bei der Entstehung von Allergien eine große Rolle. Je mehr Verwandte ersten Grades (Vater, Mutter, Geschwister) an allergischen Symptomen leiden, desto größer ist das Allergierisiko für den Nachwuchs. Haben beide Eltern Heuschnupfen, so besteht ein etwa 80prozentiges Risiko, dass auch ihr gemeinsames Kind eine Allergie entwickelt; ist nur ein Elternteil betroffen, liegt das Risiko immer noch bei 30 Prozent. Allerdings ist nicht vorhersehbar, welche Form der Allergie das Kind entwickeln wird. Wenn keine Allergien in der Familie bekannt sind, liegt das Risiko bei etwa 15 Prozent.

Dabei wird aber nicht etwa eine bestimmte Allergie, wie z. B. der Heuschnupfen oder das Asthma bronchiale vererbt, sondern nur die Bereitschaft zur allergischen Reaktion.

Das Neugeborene besitzt noch kein voll entwickeltes Abwehrsystem, erst nach und nach lernt der Körper, sich gegen eine immer größere Anzahl körperfremder Stoffe zu schützen. Erste vorbeugende Maßnahmen sollten also bereits in dieser Lebensphase ansetzen.

Auch Exposition gegenüber Tabakrauch, Frühgeburtlichkeit, frühes Abstillen, frühzeitige Sensibilisierung auf Nahrungsmittelallergene wie Kuhmilch oder Hühnereiweiß, Geburtsmonat, männliches Geschlecht, Passivrauchen, schlechte soziale Verhältnisse, Luftschadstoffe ungenügende Therapie, keine Allergenvermeidung, keine Immuntherapie wenn erforderlich gelten als Risikofaktoren. Übertriebenes Reinlichkeitsverhalten und das Vermeiden von Schmutz sind keine sinnvollen Vorbeugestrategien.

Während der vergangenen 30 Jahre wurde eine deutliche Zunahme der Allergiehäufigkeit festgestellt. Hier spielen veränderte Umweltbedingungen eine Rolle; wie die vor allem in der westlichen Welt zu beobachtende stetige Zunahme zu erklären ist, welche Rolle etwa Lebensstil, Umwelt, Genetik und medizinische Versorgung bei der Entwicklung solcher Erkrankungen spielen und wie ihnen künftig gezielt vorgebeugt werden kann, wird seit Mitte der 90er Jahre im Rahmen einer großen Bevölkerungsbezogenen Studie, der "International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC)" untersucht.

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Frühe Hinweise für eine allergische Erkrankung

Folgende Beschwerden können bei Kindern auf eine allergische Erkrankung hindeuten:
Episodisches und anfallsartiges Auftreten von Husten, Atemnot oder Pfeifen beim Atmen,
Hautprobleme wie Neurodermitis im Kleinkindalter; das Vorliegen anderer Symptome wie z.B. Heuschnupfen; wenn bei Infekten bereits eine spastische Bronchitis diagnostiziert wurde; Pfeifende oder ziehende Atmung; wenn bei körperlicher Anstrengung Atemnot besteht, wenn die Beschwerden gehäuft in bestimmten Jahreszeiten auftreten.

Eine These, die ebenfalls häufig geäußert wird, ist die von der Unterbeschäftigung des Immunsystems, die so genannte Hygiene-These: Weil Kinder heute in einer sehr keimarmen Umgebung leben, ohne Wurminfektionen, mit relativ wenig Viren- und Bakterienkontakt, richtet sich das Immunsystem möglicherweise auf körpereigene Strukturen. Kinder, die im ersten Lebensjahr häufig virale Atemwegsinfekte hatten, entwickeln seltener Asthma. Kinder, die auf Bauernhöfen aufwuchsen, bekommen nur halb so häufig Asthma wie Kinder aus dem gleichen Dorf, die aber nicht auf Höfen groß wurden; der wichtigste Schutzfaktor vor Allergien war in dieser Studie der Aufenthalt im Stall.

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Diagnose

Die Diagnosestellung kann bei Kindern schwieriger als bei Erwachsenen sein. Wichtig ist die Vorgeschichte (Anamnese) und die Familienanamnese, da manchmal der Zusammenhang zwischen der Ursache und den Krankheitszeichen offensichtlich (z. B. Asthma nach Katzenkontakt) sein kann. Auch die Art der Beschwerden spielt eine Rolle: anfallsartig, periodisch, saisonal oder ganzjährig oder ortsgebunden. Das Führen eines Beschwerdekalenders kann sich als sehr hilfreich erweisen. Anschließend wird das Kind genau auf mögliche Zeichen einer allergischen Krankheit untersucht.

Es stehen zur Diagnose verschiedene Allergietests zur Verfügung; allerdings muss kein strenger Zusammenhang zwischen Allergietest und Beschwerden bestehen. Ein positiver Allergietest bedeutet nicht unbedingt den Nachweis einer Allergie.

Mit Hauttests (Pricktest, Intrakutantest) und immunologischen Testungen aus einer Blutabnahme (RIST und RAST) können einzelne Allergien genauer gesucht werden. Zudem stehen auch Provokationstests (intranasal, inhalativ) zur Verfügung.

Beim Hauttest untersucht man die Reaktion auf Allergene an der Haut. Beim Prick-Test wird ein Tropfen des möglicherweise allergieauslösenden Stoffes auf die Haut aufgebracht, die anschließend mit einer Nadel eingeritzt wird. Nach 10 Minuten wird die Reaktion der Haut beurteilt. Beim Intrakutantest wird eine kleine Menge des Stoffes in die Haut gespritzt; dabei können verschiedene Allergenkonzentrationen ausgetestet werden. Beim Pflastertest (Epikutantest) wird das vermutliche Allergen in einer Aluminiumkammer auf den Rücken aufgebracht und 48 Stunden lang fixiert. Die Testreaktion wird nach 48 und 72 Stunden abgelesen. Besteht eine Überempfindlichkeit gegen einen der Teststoffe, reagiert die Haut nach einem Zeitraum von 5 bis 20 Minuten mit Rötung und Quaddelbildung.

Beim Bluttest wird das Blut des Patienten auf Antikörper, so genannte Immunglobuline (IgE) untersucht. Es kann anhand des IgE-Wertes (RIST) die Allergieneigung bestimmt werden; weiters kann aufgrund spezieller Antikörper gegen die Allergene ein Wert (RAST - Radio-Allergo-Sorbens-Test) bestimmt werden, der Antikörper gegen einzelne Allergene wie Pollen nachweisen kann. Die Höhe dieser Konzentration der Antikörper muss aber nicht mit den Krankheitssymptomen übereinstimmen. Wichtig ist die genaue Beobachtung, worauf Kinder reagieren. Die klinische Relevanz des Ergebnisses eines Allergietests ergibt sich demnach aus dem Gesamtbild.

Beim Provokationstest werden gezielt die Reaktionen eines einzelnen Organs auf ein Allergen untersucht. Das Allergen wird hierfür auf die Nasenschleimhaut oder die Bindehaut des Auges aufgetragen, oder es wird inhaliert. Ein Provokationstest kann zu heftigen allergischen Reaktionen, möglicherweise zum allergischen Schock, führen. Er sollte daher nur stationär im Krankenhaus durchgeführt werden.

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Symptome

Im Falle einer Allergie kommt es zu einer starken Reaktion, bei der hochwirksame biochemische Stoffe wie z.B. Histamin freigesetzt werden. Dadurch kommt es zu einer Reihe von Reaktionen im Körper:

Das kann sich als Hautausschlag, Heuschnupfen oder als Asthma äußern; in schweren Fällen kann es – vor allem bei der Insektengiftallergie - zu einem so genannten anaphylaktischen Schock mit akuter Atemnot und Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Deshalb sollten Patienten mit z.B. Wespenallergiker immer ein Notfallbesteck dabei haben.

Allergische Reaktionen können viele Organe betreffen, am häufigsten jedoch Augen, Haut, Atmungsorgane und Verdauungstrakt. Die Reaktionen können plötzlich auftreten oder chronisch verlaufen. An der Haut kann man scharf begrenzte, juckende Quaddeln ("Nesselausschlag") sehen, aber auch eine flächenhafte, juckende Hautrötung (Ekzem, Neurodermitis). An den Augen sieht man geschwollene Augenlider bzw. eine Bindehautentzündung; die Atemwege können mit Heuschnupfen und asthmatischen Symptomen reagieren. Am Magen-Darm-Trakt kann es zu Durchfall und Bauchschmerzen, die kolikartig sein können kommen. Bei vielen Allergikern besteht zunächst ein Heuschnupfen und später tritt dann ein allergisches Asthma auf. Man spricht vom Etagenwechsel: Die Symptome rutschen sozusagen eine Etage tiefer, von der Nase in die Bronchien.

Eine Einteilung der Allergie kann auch durch die Zeit erfolgen, die vergeht, bis die allergische Reaktion auftritt. Es gibt den so genannten "Soforttyp", bei dem die Reaktion wenige Sekunden nach dem Kontakt eintritt, und den "Spättyp", bei dem bis zur Reaktion mehrere Tage vergehen können. Dies ist der Fall bei der Kontaktallergie und bei verschiedenen Medikamentenallergien.

Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pollen, die in den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Augen lokalisiert ist und sich mit Jucken, Schwellung, Tränen und Nasenlaufen äußert. Heuschnupfen ist immer zeitlich begrenzt, da er mit der Blühte der jeweiligen Pflanzen in Zusammenhang steht. Wird Heuschnupfen nicht behandelt, kann er sich zu allergischem Asthma ausweiten.
Pollen, die Allergien erzeugen, sind meist Windbestäuber, der stärkste Pollenflug ist im Frühling zwischen April und Juni zur Hauptblütezeit. Sonne, Windstärke, Luftfeuchtigkeit oder Regen beeinflussen die Pollenkonzentration in der Luft. Blumen können als Ursache der Pollenallergie vernachlässigt werden.

Im Falle einer Sensibilisierung gegen Blütenpollen kommt es bei einem Kontakt dieser Pollen mit den menschlichen. Schleimhäuten zu einer Immunreaktion. Die Schleimhäute röten sich. Die Nase kann zuschwellen, die Schwellung der Bindehäute des Auges führt zu einer Entzündung.

Sonnenallergie

Etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Sonnenallergie. Typisch hierfür ist, dass nach der Sonneneinstrahlung an den nicht bedeckten Köperstellen stark juckende, kleine Pusteln oder Bläschen auftreten. Betroffen sind eher Menschen mit lichtempfindlicher, heller Haut. Die wichtigste Grundregel zur Vorbeugung ist: Die Haut äußerst vorsichtig an die Sonne gewöhnen und ein spezielles Sonnenschutzmittel verwenden, das sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen abschirmt. Zusätzlich können Sie mit Medikamenten der Entstehung einer Sonnenallergie vorbeugen.

Es gibt beispielsweise Kombinationspräparate aus Folsäure und Nicotinamid, die vorbeugend wirken können. Begonnen wird mit der Einnahme etwa drei Tage vor einer intensiven Sonneneinwirkung. Auch ein Antihistaminkum wie Zyzall oder Aerius kann gut helfen.

Um die Beschwerden zu lindern, empfiehlt sich ein kühlendes Gel, das als Wirkstoff ein juckreizstillendes Antihistaminikum enthält.

Insektengift-Allergie

Der Stich einer Biene oder Wespe kann eine lebensbedrohliche Allgemeinreaktion auslösen, da es in seltenen Fällen zu einer schweren allergischen Reaktion kommen kann. Die Symptome sind Nesselsucht, Gesichtsschwellung, Erbrechen, Durchfall, ein Asthma-Anfall oder ein lebensbedrohlicher Schockzustand.
Die empfehlenswerte vorbeugende Therapie bei Insektengift-Allergie ist die Hyposensibilisierung und das Vorbeugen mit beispielsweise Fliegengittern und die Empfehlung, auf Wiesen nicht barfuss laufen. Im Notfall steht mit dem Epipen ein sofort wirksames Medikament zur Verfügung, das mitgeführt werden sollte.

Medikamentenallergie

Die Medikamente, die am häufigsten allergische Nebenwirkungen auslösen, sind Antibiotika, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Mittel gegen Krampfanfälle; auch die folgenden Mediamenetnbestandteile können Reaktionen auslösen: Farbstoffe, Bindemittel, Quecksilber, Gold, Bromide, Nickel, Jod, Fremdinsulin, Lokalanästhetika.
Es kann zu schweren Nebenwirkungen wie Herz-Kreislauf-Reaktionen, akuter Blutdruckabfall, Asthma bronchiale, Gefäßentzündungen, Hautausschläge, Schock kommen.

Schimmelpilzallergie

Schimmelpilze kommen überall vor, die Vermehrung erfolgt durch Sporen. Sie kommen im Hausstaub, alten Möbeln, an feuchten Wänden, Zierpflanzen, feuchten Kellern, Duschräumen oder Badezimmern vor. Schimmelpilzallergene sind auch in Nahrungsmitteln wie Käse, Gemüse und Fruchtsaft enthalten.

Nahrungsmittelallergie

Wichtige Nahrungsmittelallergene sind Milchprodukte, Eier, Getreide, Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und Gewürze. Als weitere Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, die allergische und pseudoallergische Reaktionen hervorrufen können, sind Schimmelpilze, Zusatzstoffe und Metalle bekannt. Die Kuhmilchallergie stellt im Kindesalter die wichtigste Nahrungsmittelallergie dar. Das Milcheiweiß ist aus verschiedenen Eiweißbestandteilen zusammengesetzt: Lactalbumin, Lactoglobulin, Casein. Das Ausmaß der Kuhmilchallergie kann sehr unterschiedlich sein. Es kann zu Erbrechen, Koliken, Durchfall kommen, sowie zu einer Verschlechterung einer bestehenden Neurodernmitis.

Milben

Hausstaubmilben kommen in der ganzen Welt vor. Durch Einatmen der Milbenabsonderungen kann es zu Beschwerden vor wie Schnupfen, Atemnot, Juckreiz kommen.

Kreuzallergien

Manche Allergene ähneln einander, der Körper antwortet auf die gleiche Weise, dies nennt man Kreuzallergie. Beispielsweise bei Allergie auf Hasel kann man auch auf die ähnlichen Birkenpollen reagieren, wer auf Latex allergisch ist, kann auch auf z.B. Bananen reagieren; Kuhmilchallergiker können auf Ziegenmilch reagieren; Kräuterpollen mit Sellerie; Gräser mit Erbsen.

Pseudoallergien

Eine große Anzahl der allergisierenden Substanzen kommt in vielen Fertignahrungsmitteln vor. Da gerade bei Farbstoffen, Aromastoffen oder Konservierungsmitteln ein anderer Wirkmechanismus der Symptomauslösung vorliegt, spricht man von Pseudoallergie.

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Allergischer Schock

Ein allergischer Schock kann lebensbedrohend sein und kündigt sich oft sofort nach Aufnahme eines bestimmten Allergens mit Symptomen wie Zungenbrennen, Pelzigkeitsgefühl im Mundbereich mit Juckreiz, Atemnot, Heiserkeit, bis zum schweren Asthma-bronchiale-Anfall an. Es kann zu Hautrötung, Blässe, blauen Lippen, Erbrechen, Stuhlabgang, Urinabgang, Kopfschmerz, Schwindel, Herzrasen, Herzstolpern, Blutdruckabfall kommen.
Bei weniger starken Reaktionen sind nicht alle Organe betroffen, sondern zum Beispiel nur das Herz-Kreislauf-System oder die Atemwege.

Beim Verdacht auf einen allergischen Schock muss ein Arzt gerufen werden!Vorbeugung

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Vorbeugung

  • Durch Ortswechsel (z.B. Urlaub in der Pollensaison) ist oft eine Besserung zu erreichen.
  • Eine regelmäßige ärztliche Betreuung ist wichtig.
  • Als schützend hat sich Stillen bzw. hypoallergene Nahrung bis zum 6. Lebensmonat herausgestellt.
  • Bis zum ersten Geburtstag sollten hochallergene Nahrungsmittel wie Milch, Ei, Fisch, Nuss oder Meeresfrüchte vermieden werden.
  • Ob die Haltung von Haustieren eher schadet oder nutzt, dazu gibt es widersprüchliche Erkenntnisse. Die derzeitige Empfehlung lautet, in Hochrisikofamilien - solchen, in denen beide Elternteile oder ein Elternteil und ein Geschwister Atopiker sind - keine Haustiere anzuschaffen, bis die Kinder zwei Jahre alt seien.
  • Für die Wohnung sind Böden empfehlenswert, die man feucht wischen kann.
  • Die Kuscheltiere sollten regelmäßig gereinigt oder eingefroren werden.
  • Zigarettenrauch sollte vermieden werden.
  • Während der Stillzeit ist keine besondere Diät empfohlen.
  • Bei Lebensmittelallergien soll trotzdem auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.
  • Eine erhöhte frühkindliche mikrobielle Stimulation des Immunsystems, wie sie bei Kindern mit mehr als zwei Geschwistern, Krippenkindern, Kindern mit vielen Infekten oder Bauernkindern mit Stalltierkontakt vermutet wird, sowie ausschliessliches Stillen in den ersten Lebensmonaten geht mit einem erniedrigten Asthma-Risiko einher.
  • Die Pollenbelastung der Mutter im letzten Schwangerschaftsdrittel kann eine Rolle spielen.
  • Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Impfungen Allergien fördern könnten.

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Therapie

Behandelt werden soll nicht der Allergiebefund, sondern nur die Beschwerden. Therapieziele sind die Erreichung einer möglichst weitgehenden Beschwerdefreiheit.

Die Therapie basiert auf drei Grundprinzipien: Vermeiden des Allergens, medikamentöse Therapie und Immuntherapie. Natürlich empfiehlt sich eine Allergenkarenz, also das Meiden der auslösenden Stoffe, eventuell lässt sich beispielsweise der Urlaub nach dem Pollenkalender planen. Die Informationen über bevorstehende Pollenschübe sollten beachtet werden, bei Tierhaaren, Nahrungsmitteln und den meisten Medikamenten ist es machbar, den Kontakt weitgehend zu vermeiden. Bei Kindern mit einer Hausstaubmilbenallergie ist eine Bettsanierung besonders wichtig; Stofftiere sollen regelmäßig in die Tiefkühltruhe; bei Nahrungsmittelallergien müssen die erforderlichen Diätformen eingehalten werden.

Eine medikamentöse Behandlung kann sowohl lokal also beispielsweise als Augen- oder Nasentropfen oder auch systemisch also durch Einnahme eines Präparates erfolgen. Wichtig ist der frühzeitige Beginn, bereits etwa 7 Tage vor dem Start der Saison und die konsequente Fortsetzung der Behandlung.

Die medikamentöse Behandlung umfasst verschiedene Antihistaminika und Antiallergika, die es als Tabletten, Tropfen oder Spray gibt. Wenn man vor allem unter Heuschnupfen leidet, helfen spezielle Nasentropfen, die auch länger angewendet werden können.

Es stehen unterschiedliche Arzneimittel wie etwa Nedocromil zur Verfügung, allerdings muss dieses Medikament regelmäßig verabreicht werden, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Eine gute Option stellt auch Montelukast (Singulair) dar; vielversprechend sind erste Erfahrungen in der Anwendung dieses Präparates in der Therapie des Heuschnupfens. Bei Auftreten von Beschwerden werden schleimhautabschwellende und entzündungshemmende Nasentropfen und Sprays verwendet; beim Asthma sind es bronchialerweiternde Medikamente. Gegen die Botenstoffe der allergischen Reaktion wirken Antihistaminika (z. B. Aerius, Zyxall oder Zyrtec), die auch in Form von Tropfen oder Sirup vorhanden sind. Zur Unterdrückung einer starken allergischen Reaktion werden Cortisonpräparate verwendet; hier ist eine besonders sorgfältige Abwägung erforderlich.

Mit einer Art Impfkur; der sogenannten Hyposensibilisierung, kann die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Allergenen herabgesetzt werden. Dabei wird in geringsten Mengen das auslösende Allergen unter die Haut gespritzt oder als Tropfen unter die Zunge gelegt, um zu erzielen, dass der Organismus sich daran gewöhnt und nicht mehr überreagiert. Möglich ist diese klassische subkutane Immuntherapie (SIT) als regelmäßige Injektionsgabe - etwa 2-3 Jahre lang monatlich eine Spritze unter die Haut - oder auch als sublinguale Immuntherapie (SLIT) in Tropfenform. Der genaue Wirkmechanismus dafür ist noch ungeklärt. Eine Hyposensibilisierung sollte auf jeden Fall bei allergischen Reaktionen auf Insektenstiche überlegt werden. Die spezifische Hyposensibilisierung weist gute Erfolge mit Besserung der Beschwerden von bis zu 60-80 % auf, vor allem, wenn es nicht zu viele verschiedene Allergene sind, die behandelt werden sollen. Eine aktuelle Studie bei Kindern mit Heuschnupfen (PAT-Studie) zeigte zudem, dass eine Immuntherapie die Entwicklung eines Asthma bronchiale bei Heuschnupfen verhindern kann.

Der französische Asthmaexperte Professor Jean Bousquet aus Montpellier stellte im Herbst 2000 auf einem Symposium in Dresden fest: "Selbst wenn man die Ergebnisse der aktuellen Studien sehr konservativ betrachtet, muss die Frage, ob die Immuntherapie die fortschreitende Verschlechterung von allergischem Asthma verhindert, eindeutig mit Ja beantwortet werden."
Begleitende Maßnahmen wären Atemübungen und psychologische Unterstützung.


Allergiker sollten auch einen Allergiepass bekommen, in dem die Stoffe, auf die reagiert wird, angeführt sind.

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Alternative Therapien

Es werden zahlreiche alternativmedizinische Maßnahmen angeboten, die man ergänzend einsetzen kann. Allerdings sollte man auch der Alternativmedizin genauso kritisch wie der Schulmedizin gegenüberstehen und bei ausbleibendem Erfolg die Behandlung überdenken. Einen kurzen Überblick über häufig angewandte Therapien finden Sie hier http://www.kinderarzt.at/thema/186.html#alternativen

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Pollenwarndienste

Achten Sie auch auf aktuelle Pollenhinweise:
In Wien (043/1) 40 400 3309
Pollenkalender Europa
Http://www.cat.at/pollen/at/index.de.html

© DDr. Peter Voitl

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