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Dreitagefieber (Exanthema subitum)

Das Dreitagefieber ist vermutlich die erste der klassischen Kinderkrankheiten, mit denen Kinder in Berührung kommen. Nach dreitägigem hohen Fieber tritt ein Hautausschlag auf. Einmal erkrankt ist Ihr Kind lebenslang geschützt.

Was ist das Dreitagefieber?

Das Dreitagefieber (Exanthema subitum, Dreitage-Exanthem) ist eine ansteckende akute Viruserkrankung. Kinder zwischen 6 und 24 Monaten sind am häufigsten von dieser Erkrankung betroffen, aber auch ältere Kindern können befallen werden.

Kennzeichnend sind plötzlich auftretendes hohes Fieber, ohne dass weitere Krankheitszeichen wie Schnupfen oder Husten hinzukommen. Manchmal ist der Stuhl etwas weicher. Nach drei bis vier Tagen fällt das Fieber dann schnell ab. Besonders am Bauch und am Rücken tritt ein Ausschlag mit feinen roten Flecken auf, der sich nach einem Tag zurückbildet. Einmal am Dreitagefieber erkrankt ist man lebenslang immun.

Wie wird das Dreitagefieber übertragen?

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten oder Sprechen). Ein menschlicher Herpesvirus (HHV 6) ist der Erreger des Dreitagefiebers. Zwischen Ansteckung und Beginn des Dreitagefiebers (Inkubationszeit) liegen fünf bis 15 Tage.

Was sind Anzeichen für das Dreitagefieber?

Hohes Fieber bis zu 41° C, das sehr plötzlich auftritt, ist das erste Anzeichen. Es dauert etwa drei Tage und kann von Fieberkrämpfen begleitet sein.

Bei jedem hochfieberhaften Infekt unklarer Ursache sollte ein Arzt aufgesucht werden, um andere ernste hochfieberhafte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Nach drei bis vier Tagen fällt die Körpertemperatur innerhalb weniger Stunden auf den Normalwert. Nach Abklingen des Fiebers zeigt sich auf Brust, Bauch und Rücken ein feinfleckiger roter Hautausschlag. Dieser kann stark jucken und sich auf Arme und Beine ausbreiten. Der Ausschlag bildet sich nach einem bis drei Tagen zurück.

Ein entzündeter Rachen oder geschwollene Lymphknoten am Hals können weitere Symptome sein. Sie verschwinden mit dem Abklingen des Hautausschlags.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Das Dreitagefieber zu diagnostizieren ist nicht ganz einfach, außer Fieber hat das Kind zunächst keine anderen Symptome. Erst mit Auftreten des typischen Hautausschlag ist das Dreitagefieber sicher diagnostizierbar – die Krankheit ist zu diesem Zeitpunkt schon fast vorüber.

Durch einen rechtzeitigen Arztbesuch können jedoch andere hochfieberhafte Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Wie wird das Dreitagefieber behandelt?

Senken Sie das Fieber mit Fieberzäpfchen oder Wadenwickeln (ab 38,5° C). Wichtig ist, dass Ihr Kind ausreichend trinkt – Fieber führt zu einem hohen Flüssigkeitsverlust – und auch eine Therapie der Fieberkrämpfe (siehe dort).

Infolge des raschen Fieberanstiegs treten häufig Fieberkrämpfe auf, sonst sind kaum Komplikationen bekannt.

Wadenwickel

In einen Liter kaltes Wasser ca. 5 Esslöffel Essig geben, Tücher gut anfeuchten und um beide Waden wickeln. Darüber am besten ein Handtuch, damit sich die Wickel nicht zu schnell erwärmen können und wechseln, wenn sie warm geworden sind.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose ist günstig. Die Kinder erholen sich nach der Entfieberung rasch. Bei vielen Kinder nimmt die Krankheit nicht den typischen oben beschriebenen Verlauf, sondern verläuft in abgeschwächter Form und kann sogar unbemerkt bleiben.

Bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs haben fast alle Kinder erkannt oder unbemerkt diese Virusinfektion durchgemacht. Normalerweise hinterlässt das Dreitagefieber lebenslange Immunität, nur selten können Zweiterkrankungen auftreten.

Kann man der Erkrankung vorbeugen?

Es sind keinerlei vorbeugende Maßnahmen gegen das Dreitagefieber bekannt. Eine Impfung gibt es bisher nicht, sie ist auch auf Grund des gutartigen Verlaufes nicht notwendig.

© Dr. Peter Voitl & Dr. Edgar Tichatschek

Inhaltserstellung: 2. Juli 2009

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